Dienstag, August 9

Der Mensch-zurück zum Vierfüßler

Heute war es gerade mal wieder soweit. Ich latsche mit meinem Rumänienwunder durch den Wald, als uns ein Anblick schier das Blut in den Adern gefrieren lässt. Da rast ein Wesen auf zwei Beinen und zwei wild fuchtelnden Tentakeln auf unschuldige Bäume zu, bremst schlagartig, dreht um 180 Grad rum, verheddert sich ziemlich in seinen Tentakeln. Fast konnte man die Bäume vor Entsetzen zur Seite springen sehen. Dann klärt sich auch für mich, was da vor uns rumrennt: Ein Mann auf allen Vieren, also ein mit diesen Geh-Schaschlikspießen ausgestatteter und bewaffneter Kerl. Der Typ bringt die Situation dann endgültig zum Kochen: Er benutzt eine Bank, um das abzuhalten, was er Liegestütz nennt. Dann der Versuch, profesionell die Tentakel wieder umzuschnallen, Schrammen im Waldboden, verbogene Unterarme, aber endlich die Dinger fuchteln wieder. Wie schön.
Ein stummer Aufschrei geht durch mich und mein Rumänienwunder, halt ein, oh Wesen, auch Bäume haben Gefühle.
Jetzt hat der Begriff Waldsterben endlich ein Gesicht: die Bäume haben sich tot gelacht, über all die Zeitgenossen, die mit ohne Not mit diesen Spießen durch den Wald wuppen. hjs